Presseartikel 2007
Rheinpfalz, 30.10.2007
"Dehääm in de Palz"
Zum Kä Thäma!-Jubiläum versammelt sich regionale Szene im Blackstage
Ein rauschendes Fest für Anhang und Jubilare gab es am Freitagabend im ausverkauften Blackstage. Kä Thäma! hatten zum Zehnjährigen etliche Kolegen und Freunde eingeladen.
Die Idole, die Anonyme Giddarischde, Willi Brausch & James Hüther hatten sich die Geburtstagskinder als Spielkameraden ins Haus bestellt, Eisvoggl aus Mannheim sorgten dialekttechnisch für eine leichte Einfärbung im ansonsten ausgereiften Pfälzer Konsonanten- und Vokaldschungel.
Es war ein launiges Konzert mit vielen lieb gewonnenen Gesichtern und Songs. Am Besten wird der Abend vielleicht durch den Abschluss des Konzerts illustriert:
Eine rappelvolle Bühne, da sowohl die Kä Thäma!-Original-Besetzung als auch die aktuelle auf den Brettern stand, und alle spielten "Dehääm in de Palz", einen der erklärten Lieblingssongs der Anhänger. Alle sangen das Lied mit einer Inbrunst, als würde die "Palz" demnächst vom Saarland übernommen.
Kä Thäma! schaffen einen Wiedererkennungswert im Regionalen, der sich an ein Puplikum richtet, das seine musikalische Sozialisation vorwiegend im Rockbereich bekam. Zusätzlich bekommt es Texte in einer Sprache zu hören, die im restlichen Deutschland kein Mensch versteht, hier aber mit der Muttermilch eingesogen wurden. Dass dies nicht immer bierseelig herkommen muss, beweisen Kä Thäma! seit zehn Jahren mit Texten, die mitten aus dem Leben gegriffen sind, gerne von der eigenen kleinen Welt erzählen, so das viele sich wiedrfinden.
Kä Thäma! eröffneten das Konzert in aktueller Besetzung, gefolgt von den Gästen, bei denen ein jeder mindestens einen Song aus dem Kä Thäma!-Repertoire zum Besten gab.
Eisvoggl dürften dabei noch die Wenigsten gekannt haben, aber auch die fielen mit ihrem geschmeidigen PopRock nicht hinter den Platzhirschen ab.
Die Anonyme Giddarischde spielten zwar um ein Bandmitglied limitiert, das tat aber der emotionalen Qualität keinen Abbruch: "Kumm schtooß mol uff, mein Schatz, isch riesch die Lewwerworscht so gern", hauchten sie ins Mikro, das Puplikum säuselte "isch kennt misch nur vunn Dir un Doiner Lewwerworscht ernährn" zurück --
soll noch einer sagen, in Frankenthal gäbe es keine Romantiker.
James Hüther und Willi Brausch gaben ein kurzes unplugged-Duett, Hüther sang seine "Karin", das Puplikum übernahm den Gassenhauer und kam auch bei Kä Thäma!-Original-Besetzung -- Roman Nagel (Gitarre), Marco Müller (Drums) -- nicht mehr aus dem Mitsingen heraus.
Spätestens mit der Ode "Mir fahrn jeden Owend in de Dragger" war das Glück perfekt. (agä)
Mannheimer-Morgen: 6.06.2007
Selbstgeschriebenes besteht neben fetzigen Cover-Songs im Siedlerheim
SCHÖNAU: Aroma, Eisvoggl und die Original Fegerländer geben sich ein Benefiz-Stelldichein und überzeugen mit ihrer Vielfalt
Auch wenn nur wenige Gäste ins Schönauer Siedlerheim gekommen waren, wurde aus dem Benefizkonzert ein richtig schöner Abend. Dies war den drei auftretenden Bands Eisvoggl, Original Fegerländer und Aroma zu verdanken. Die Einnahmen kommen den Jugendlichen der Kerschensteiner Ganztagsschule zugute.
Eher ruhig ließ es die Newcomer-Combo Aroma angehen, die den musikalischen Reigen eröffnete. Sänger Tobias Schulz saß auf einem Barhocker, die akustische Gitarre auf dem Schoß, in einem ärmellosen Muskelshirt, das einen Blick auf seine Tätowierung auf dem Oberkörper gewährte. Aroma sind eine aufstrebende Rock- und Popband, die gerne die Karriereleiter hinaufklettern möchte.
.........................
"Vielen Dank für die schöne Einleitung", bedankte sich Eisvoggl-Sänger Stefan Sarter, als er mit seinen Bandkollegen die Bühne betrat. Als ein musikalisches Lebenszeichen darf das Stück "Mir sinn noch do!" verstanden werden, das Eisvoggl als erste Nummer des Abends abfeuerten. Früher hieß die Combo noch sprachlich einwandfrei "Eisvogel". Um ihren Hang zum kurpfälzischen Dialekt verstärkt Ausdruck zu verleihen, benannten sich die Musiker vor zwei Jahren in "Eisvoggl" um, zudem kam es zu einer umfassenden Neuordnung innerhalb der Band.
Im Schönauer Siedlerheim fragte die Gruppe gesanglich: "Was willst du mit einem halben Leben? Was willst du mit einem halben Traum? Du musst aufs Ganze gehen." Eine Band, die dafür plädiert, auch einmal Risiken einzugehen, um nicht später verpassten Chancen nachzutrauern. "Komm verführ mich, bis ich Engel singen hör", heißt es in einem anderen Lied. Es ist deutlich spürbar, dass Eisvoggl ihre Wurzeln tief im Bluesrock haben, was hin und wieder durch das Material schimmert."Wir sind eine Mannemer Band, wir kommen in die Stadt und spielen euch dann platt", lautet ein eingängiger Eisvoggl-Refrain, der sich bestens mitsingen lässt. Ein Lied voller Lebensfreude.
Poppig-Rockiges war also beim Benefizkonzert vertreten, dann Mundartliches. Was fehlte da noch, um die Dreieinigkeit perfekt zu machen? Eine Cover-Rock-Band. Diese Sparte bedienten die Original Fegerländer. Durch ihre flächigen Keyboard-Sounds ist der Band anzumerken, dass sie sich in den Synthie-Hits der 1980er Jahre hemisch fühlt. Die Original Fegerländer nur auf dieses Jahrzehnt zu reduzieren, wird der Combo aber nicht ganz gerecht. Hit an Hit reihte die Kapelle mitreißend aneinander: Es ertönten Hits wie "You Don't Fool Me" von Queen, "It's my Life" von Bon Jovi oder "Dani California" von den Red Hot Chili Peppers. Doch am tollsten war die Performance der Original Fegerländer, immer dann, wenn Sängerin Sabrina Sudheimer sporadisch auf die Bühne kam und ihr weibliches Timbre zu Nummern wie "Next Best Superstar" von Melanie C., "One Of Us" von Joan Osbourne oder "Just Like A Pill" von Pink zum musikalischen Bühnenprogramm beisteuerte. cho
Mannheimer Morgen
06. Juni 2007















